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Die Abstiegsangst geht um im Breisgau. Nach der Niederlage gegen Tabellenschlusslicht Hertha BSC nimmt das Schneckenrennen um den rettenden 15. Platz allmählich bedrohliche Formen an. Nur weil der 1. FC Nürnberg und Hannover 96 nahezu ebenso wenig wie der SC Freiburg zustande bringen, rangiert der Sportclub weiterhin auf einem Nichtabstiegsplatz. „Wie lange noch?“, ist die omnipräsente Frage, doch muss Trainer Robin Dutt neben der Abstiegsnot seit neustem auch noch mit einem anderen Problem fertig werden. Name: „Mo“ Idrissou (Foto), 29 Jahre, aktuell eminent wichtiger Bestandteil der Freiburger Mannschaft. Der Kameruner demonstrierte vor dem Spiel gegen Berlin wieder einmal, wie unberechenbar seine Launen sein können und wie schwierig es ist, mit ihm zusammen zu arbeiten.
Was war eigentlich genau passiert, vor dem so wichtigen Spiel gegen den Tabellenletzten? Informationen kamen sehr spät und sehr spärlich. Fakt war am Sonntagnachmittag um circa Viertel vor Drei, dass als der 18er Kader zum Warmmachen erstmals auf dem Spielfeld auftauchte, Mohamadou Idrissou zur Verwunderung vieler Zuschauer in langer Jogginghose bei frühlingshaften Temperaturen sich zu den Ersatzspielern gesellte. Auch bei der Verkündung der ersten Elf durch den Stadionsprecher und beim offiziellen Einlauf vor dem Spiel tauchte Idrissou nicht auf, sondern nahm im oben erwähntem Chiller-Look auf der Bank Platz. Fakt war auch, dass die „Red Boys“ in den folgenden 90 Minuten wenig bis überhaupt nichts zustande brachten, als wenn ihnen kurz vorher jemand mit einem schlechten Witz allen Mut und somit auch die gesamte Konzentration geraubt hätte. Das mentale Gerüst sei nach dem Treffer zum 0:1 in sich zusammen gefallen, gab Robin Dutt nach dem Spiel zu Protokoll. Doch fand der Knackpunkt vielleicht schon früher statt? Natürlich konnte der Chef-Trainer auf der Pressekonferenz die Antworten nach dem Fehlen von Idrissou nicht gänzlich ignorieren. Eine befriedigende Antworte hatte er allerdings auch nicht parat. Er verriet nur so viel, dass von Freitag bis Sonntag vor dem Spiel Dinge geschehen sind, die einen Einsatz unmöglich gemacht haben und die eine Mannschaft entzweien können. Einen richtig fetten Bock muss der trotz Nicht-Einsatz immer grinsende Idrissou da geschossen haben. Ein sichtlich geknickter und enttäuschter Dutt sagte noch: „Es muss einiges in der nächsten Woche passieren, dass wir das wieder hinbekommen“. Den „fetten Bock“ konnte man am nächsten Morgen im kicker lesen: „Der kicker erfuhr aus Mannschaftskreisen, dass Idrissou bereits die ganze Woche über lustlos trainiert hatte. Als er dann zum Treffpunkt vor dem Spiel in der Kabine erschien, soll er gesagt haben: „Ich habe eh´ keine Lust mehr, mit euch Absteigern zu spielen. Ich spiele nächstes Jahr in der Champions League.““, stand da geschrieben. Ob diese Aussage der Wahrheit entspricht sei dahingestellt, fragt sich nur, bei welchem Klub der Kameruner dann nächstes Jahr anheuern will. Gerüchte gab/gibt es. Sie allerdings mehr als wage. Von Felix Magath und Schalke 04 soll es mal Interesse gegeben haben. Im Fan-Forum transfermarkt.de tauchte ein Gerücht über ein angebliches Interesse von ZSKA Moskau auf. Entschwindet „Mo“ schon im März nach Russland? – Bei seiner aktuellen Leistung wohl eher nicht… Schon am Montag folgte die Versöhnungs-Pressemitteilung seitens Pressesprecher Rudi Raschke. Es habe eine zweistündige Aussprache mit Mohamadou Idrissou und dem Mannschaftsrat um Kapitän Heiko Butscher gegeben. Mit dabei waren außerdem Robin Dutt und Sportdirektor Dirk Dufner als „Moderatoren“. Es riecht also wieder nach Versöhnung, man kann nur hoffen, dass durch den Ausrutscher des aktuell erfolgreichsten und schwierigsten Freiburger Stürmers keine irreparablen Schäden entstanden sind. Vor allem bleibt abzuwarten, wie die Fans mit diesem Aufreger umgehen. Ist Idrissou jetzt unten durch oder können sie „Mo“ noch einmal verzeihen? |