Der "Chico" im Porträt / Amas in der Vorbereitung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Joel Ibrahim   
Dienstag, 02. Februar 2010 um 22:15 Uhr

Noch haben die Freiburger Amateure Winterpause. Die Rückrunde beginnt erst wieder am 24.02. mit dem Nachholspiel bei den Stuttgarter Kickers. Doch heimlich laufen schon die Vorbereitungen, um vielleicht doch noch einmal den ersten Tabellenplatz und somit den Aufstieg anzupeilen. Damit die Abgänge von Daniel Caligiuri, Jackson Mendy und Daniel Williams (alle Profis), sowie Andreas Glockner (Koblenz) und Gilles Betmer (Trier) und eventuell noch weiterer Spieler nicht so sehr ins Gewicht fallen, wurden bereits zwei Neue verpflichtet: Ben Sangaré (20) und Idir Mokrani (19).
Noch mehr Verantwortung muss in Zukunft Nicolas Höfler tragen. Der 19-Jährige war in der Hinrunde die Konstante im defensiven Mittelfeld und trieb mit seinem aggressiven Stil die Mannschaft immer wieder nach vorne. Ein Porträt des erfolgreichen Ex-A-Jugendspielers.


2005 wurde der damals noch in Pfullendorf spielende Höfler bei einem Turnier der südbadischen Auswahl gesichtet und spielte fortan in der B-Jugend des SC Freiburg. Schon in seiner ersten A-Jugendsaison (07/08) konnte er als Stammspieler glänzen und absolvierte als jüngerer Jahrgang 28 von 29 möglichen Partien. Auch die letzte, das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den VfL Wolfsburg, nachdem sich der SC Freiburg erstmals Deutscher Meister nennen durfte. Beim DFB-Pokaltriumph ein Jahr später gegen Borussia Dortmund war Nicolas Höfler selbstverständlich ebenfalls dabei. „Solche Erfolge sind natürlich einmalig“, bringt es der heute 19-Jährige auf den Punkt, „man wird eben nicht jedes Jahr Deutscher Meister oder DFB-Pokal-Sieger.“ Wichtige Erfahrungen seien diese zwei Höhepunkte seiner noch jungen Karriere gewesen, die man für das spätere Leben, vor allem für die weitere Fußballerlaufbahn gut gebrauchen könne. Dass die U19 des Sportclub trotz begrenzter Mittel in der Bundesliga so gut mithalten kann, ist zu einem Großteil auch der Verdienst von Trainer Christian Streich. So sieht es auch Nicolas Höfler und fügt an: „Er ist echt ein super Trainer, der jede Mannschaft zu einer Top-Mannschaft macht“.
Der höfliche Höfler weiß, wem er zu danken hat. Bereits in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit durfte er mit den Amateuren trainieren und auch spielen. War vor einem Jahr noch knallharter Abstiegskampf angesagt, lachen die Amas aktuell von Platz drei der Regionalliga, obwohl die Truppe kaum verändert wurde. „Das Potential war auch damals schon da“, meint Höfler, „aber es haben Kleinigkeiten nicht gestimmt, Trainer Marcus Sorg hat uns wieder auf die wichtigen Dinge eingestellt.“
Nicolas Höfler in der Freiburger FußballschuleKein Wunder, dass Sorg schnell auf den zuverlässigen Nicolas Höfler im defensiven Mittelfeld baute. Zwar meist unspektakulär, aber immer mit vollem Einsatz verrichtet der „Chico“, wie er liebevoll in der Freiburger Fußballschule genannt wird, seine Arbeit. Dass er schon nach der Hinrunde fünf Gelbe Karten gesammelt hat, „kommt halt gerade auf der sechs immer mal wieder vor“, sagt der durchaus ab und zu etwas aggressiver spielende Höfler, „ich denke mein Spiel kommt eher über die Zweikämpfe, die ich versuche zu gewinnen, um dann den einfachen Ball zu spielen.“ 
Das Ziel in der anstehenden Rückrunde lautet, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. „Dann können wir schauen, was am Ende rauskommt.“ Die Amateure könnte sich Nicolas Höfler schon in der Dritten Liga vorstellen und er glaubt auch, „dass wir dort mithalten könnten.“ Erst mal sind aber noch 16 Spiele zu absolvieren und die Abgänge der Leistungsträger Caligiuri, Mendy und Williams (Profis), sowie Glockner (Koblenz) müssen kompensiert werden. Neben Daniel Sereinig, einem der wenigen älteren Spieler, der laut Höfler mit seiner Erfahrung und seinen Kommandos viel Verantwortung auf dem Platz übernimmt, bei dem sich junge Spieler abstützen können, wird auch er eine größere Last an Verantwortung als vor der Winterpause auf seinen Schultern tragen müssen.
Nach dieser Saison hat Nicolas Höfler seine erste komplette Spielzeit im Herrenfußball hinter sich. Ein paar Mal durfte er bislang schon bei den Profis mittrainieren, mehr Kontakt gab es bisher noch nicht. Letztens verriet Robin Dutt aber, dass definitiv demnächst zwei defensive Mittelfeldspieler der Amateure zu den Profis aufrücken könnten. Mit Daniel Williams scheint es einer schon geschafft zu haben, Nicolas Höfler geht auf jeden Fall davon aus, dass er bis Saisonende bei der zweiten Mannschaft bleibt. „Mal schauen, was dann passiert“, meint er.
Die Amateure haben ja auch ihre Vorteile. Ein weiteres halbes Jahr Regionalliga schadet mit Sicherheit nicht. Bestimmt lässt es sich hier auch mal leichter ein bisschen abends weggehen. „Wenn man am Montag mal bis um elf oder zwölf mit Kollegen was trinken geht ist nichts dagegen, aber je näher es zum Wochenende und zum Spiel hin geht, muss man halt Profi genug sein“, denkt der „Chico“.
Die Amateure befinden sich vom 06.02. - 13.02. im Trainingslager im türkischen Belek. 

Ankündigung: Liebe Leserinnen und Leser, wir werden versuchen von jetzt an regelmäßig zu Wochenmitte interessanten Stoff online zu stellen. Kann mal mehr, mal aber auch weniger mit dem aktuellen Geschehen zu tun haben. Ob Porträts (wie jetzt), Interviews oder lesenswerte Artikel, immmer unterschiedlich, lasst euch überraschen.