Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sebastian Grosch   
Dienstag, 29. Dezember 2009 um 12:55 Uhr

Das Jahr 2009 geht zu Ende. Für den SC Freiburg sogar ein sehr erfolgreiches. Die traumhafte Rückrunde, der lang ersehnte Aufstieg ins Oberhaus, die ordentliche Hinrunde. Ein Fan kann also zufrieden zurück blicken. Ein Jahr voller Emotionen, Euphorie aber auch Frustration und Trauer. Was hat die Fans unseres Sportclub Freiburg bewegt? Was waren die Highlights, was muss Robin Dutt sportlich gesehen im nächsten Jahr verbessern? Was hat sich unter den Fans getan? Und wo müssen auch wir uns noch verbessern? Das alles erfahrt ihr hier!

 

Vor genau einem Jahr konnten wir auf eine ordentliche, aber noch ausbaufähige Hinserie zurückblicken. Der SC stand auf einem soliden dritten Tabellenplatz und hatte die Spitze in Sichtweite. Im Winterlager musste Dutt taktisch einige Weichen gestellt haben. Denn unmittelbar danach startete seine Elf eine unglaubliche Serie von sechs Siegen in Folge. Damit konnte man den Konkurrenten erst einmal davonziehen und den ersten Tabellenplatz mit einem sicheren Polster verteidigen. Zu Hause wurde ansehnlicher Fußball zelebriert, schwächere Teams nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Auswärts hingegen wurden die Spiele über Kampf und unbedingtem Siegenwillen gewonnen. Der ausgeliehene Vitali Rodionov steuerte dazu einen nicht unwesentlichen Teil bei. Doch seltsamerweise respektierte der Anhang dieses Spektakel nur bedingt und so blieben die Partien nur spärlich besucht. Oft war trotz schönen und erfolgreichen Fußballs das Stadion weniger als halb gefüllt, was den Verantwortlichen ein wenig Sorgen bereitete. Auch die Stimmung lies des öfteren zu Wünschen übrig, dieses Manko wurde verschiedensten Personen, Gruppierungen oder Umständen in die Schuhe geschoben. Diese besserte sich dann aber logischerweise mit dem Ende der Saison, als relativ schnell- dank dauerhafter Tabellenführung und gutem Vorsprung- klar wurde, dass Freiburg den Aufstieg schaffen würde. Auswärtsspiele wurden von nun an zahlreich besucht und überraschend viele schafften es, ihren Allerwertesten aus dem Sessel zu wuchten um Stadionluft zu schnuppern. Die Spielanlage wurde immer weiter verfeinert und die Umnstellung vom anfänglichen 4-2-3-1 System zum 4-4-2 tat der Mannschaft gut. Die Saison nahm mit dem Spiel in Koblenz ihren Höhepunkt, als der Aufstieg und die Zweitliga-Meisterschaft frühzeitig klargemacht werden konnte. Die Euphorie schwappte zu großen Teilen auf die Stadt und Region über, sodass der SC nach vielen Jahren der Versenkung endlich wieder zum vorherrschenden Gesprächsthema Nummer eins wurde. Die Blicke richteten sich auf das Schmuckkästchen Dreisamstadion, wo weiterhin auf höchstem Niveau aufgespielt wurde. Auch das Konzept der Fußballschule wurde national wieder hoch gelobt, als Schuster und Toprak zu Bestform aufliefen und die Fans in ihren Bann zogen. Die letzten beiden Heimspiele waren längst ausverkauft und versprachen eine unvergessliche Party. Es zeigte sich allerdings dass wohl viele den Weg nur des Freibiers wegen angetreten waren und so war stimmungsmäßig noch immer Steigerungspotenzial. Die Rückrunde nahm mit dem Saisonfinale ihr Ende, als die Gäste aus Lautern bei tropischen Temperaturen mit 4:3 besiegt wurden. Die anschließende Party war die letzte Gelegenheit den Aufstieg gebührend zu feiern. Denn danach ging es in die wohlverdiente Sommerpause. Der ausgeliehene Rodionov wurde leider nicht verpflichtet, dafür kamen Felix Bastians, Cedric Makiadi, Stefan Reisinger und Du Ri Cha an die Dreisam. In der Spielpause kam die Ultra-Gruppe "NBU" (siehe Rubrik Interviews) aus ihrer dreijährigen Stadionverbots-Zeit zurück. Auch sonst wurden die Fans in ihrer Masse merklich mehr, über das Wort Erfolgsfans kann hier wieder einmal diskutiert werden.

 

Unmittelbar nach der Auszeit erwarteten wir den HSV bei uns, was gleich ein harter Brocken zu Beginn darstellte. Die Hinserie wurde mit einer Show des Europaparks eröffnet. Dies stoß auf viel Abneigung von Seiten der Fans, da im Sommer über einen Möglichen Stadionneubau in Rust spekuliert wurde. Die Resonanz des Publikums der Nordtribüne, sowie der lokalen Politik war eindeutig. Viele befürchteten einen Rückschlag gleich am Anfang der ersten Erstliga-Saison nach vier Jahren Zweitklassigkeit. Doch der SC spielte überragend auf und lies allerbesten Offensiv-Fußball spielen. Das machte Lust auf mehr. Leider wurde mit den Chancen fahrlässig umgegangen und so sprang zum Auftakt "nur" ein 1:1 raus. Anschließend ging es zum Derby nach Stuttgart, es wurde viel angekündigt, viel gepöbelt- ohne Erfolg. Der Auftritt eigenen Fans könnte bei einem Derby durchaus überzeugender sein, auch die Mannschaft hatte noch Potenzial nach oben. Den Rest der doch überzeugenden Hinrunde kann man auf einen Satz reduzieren. Auswärts hui, zu Hause pfui! Zu Hause wurde zwar bis auf wenige Ausnahmen richtig guter, offensiver und schöner Fußball geboten, allerdings mit wenig Erfolg. Oft wurde man ausgekontert und nutzte die zahlreichen Chancen nicht, um ein Spiel zu gewinnen, (Paradebeispiel Spieltag eins gegen den HSV). Gerade gegen Topteams wie etwa Leverkusen oder Bremen ging man mit der mutigen Spielweise gnadenlos unter und konnte neben einer mangelhaften Punkteausbeute auch noch eine schlechte Tordifferenz, sowie ein angekratztes Selbstbewusstsein ins nächste Spiel mitnehmen. Auswärts hingegen stand man tief, spielte auf Konter und- so paradox es klingen mag- nutzte die wenigen Möglichkeiten effektiv aus, um damit als Sieger vom Platz zu gehen. Gerade gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf gelang dies oft. Bochum, Hertha und Nürnberg wurden auf diese Weise, hin und wieder auch glücklich bezwungen. Und das bei einem sonst eher auswärtsschwachen Team. Zu der Stimmung bei Auswärtsspielen kann man sagen, dass es durchaus positive Überraschungen gab (Schalke, Mainz), diese aber eher die Ausnahme bildeten. Auch hier fehlt ein wenig die Kontinuität, die eine starke Fanszene ausmacht. Gerade zu den weiteren Fahrten könnten sich mehr Anhänger aus dem Breisgau aufmachen um die Mannschaft anzufeuern, zumal ja auch sportlich einiges geboten wird. Bei den Heimspielen gibt es da nicht mehr viel hinzuzufügen. Es besteht ein großes Potenzial in unserer Nordtribüne wie die Spiele gegen Hamburg oder Lautern zeigten, jedoch wird das leider nicht annähernd ausgeschöpft. Einen dauerhaft lauten, aber auch abwechslungsreichen Support hinzubekommen, das sollte das Ziel für die Rückrunde sein. Genauso wie auch das Ziel sein wird die 40 Punkte zu holen und damit sicher und ohne den Umweg über die Relegation, den Klassenerhalt zu schaffen. Dieses Ziel wird im Vordergrund stehen, dafür werden wir arbeite und kämpfen, auch für einen Mann, der uns im Jahr 2009 leider verlassen musste: Achim Stocker. Er starb am 1. November an einem Herzinfarkt. Stocker war 37 Jahre lang die Vaterfigur, Präsident und Seele des Vereins. Dafür wollen wir uns bedanken. Die Fans taten dies bereits mit einer Choreographie, die größte in unserer Vereinsgeschichte. Die Supporters Crew organisierte diese in Zusammenarbeit mit der Fangemeinschaft und bereitete uns allen damit einen unvergesslichen Moment des Gedenkens an den Mann, dem wir so viel zu verdanken haben.

 

Das alles war Thema des letzten Jahres. Ein unterm Strich erfolgreiches, schönes und ereignisreiches Jahr 2009. Hoffen wir dass das kommende ebenso unvergesslich werden wird und tun wir alle unser Bestes dafür.